Garantiemengenregelung


Garantiemengenregelung
Für den Milchmarkt in der EU gilt seit 1984 eine G., nach der der im Rahmen der bestehenden  Agrarmarktordnung abgesicherte Preis für den Produzenten auf eine Höchstmenge begrenzt wird. Praktisch besteht auf dem Milchmarkt heute ein Quotensystem.
- Beurteilung: Die G. wird v.a. ordnungspolitisch kritisiert, weil es sich grundlegend um die Einführung eines planwirtschaftlichen Instruments in die  Agrarpolitik der EU handelt. Die G. wurde v.a. deshalb eingeführt, um die hohen Budgetbelastungen der protektionistischen  Agrarpreispolitik zu senken, ohne diese abschaffen zu müssen. In der Tendenz hemmt die G. den Strukturwandel, anstatt ihn zu fördern, und kann wegen ihrer der „klassischen“  Agrarstrukturpolitik entgegengesetzten Wirkung deshalb als eine Art negative Agrarstrukturpolitik bezeichnet werden.
- Die in der Agrarreform 2000 und 2003 beschlossenen Milchpreiskürzungen könnten das Quotensystem faktisch aufheben, wenn Betriebe ihre zugeteilten Quotenmengen bei niedrigen Milchpreisen nicht mehr ausschöpfen.

Lexikon der Economics. 2013.

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